Textgroesse

Drei geologische Naturdenkmale auf Gisinger Bann

Der Gisinger Wald erstreckt sich am Rande der östlichen Gemarkung. Dort, wo die Formation des Muschelkalks die des Buntsandsteins sichtbar überlagert, sind drei geologische Objekte als bedeutsame Zeugnisse der Erdgeschichte zu bestaunen. Sie wurden im Jahre 2008 amtlich als Naturdenkmale anerkannt und genießen seitdem besonderen gesetzlichen Schutz. Alle drei befinden sich auf dem Flurstück 2/3 in Flur 1.

Es sind die Kalktufftreppe des Leitersteiner Borns, die Grott oder der Raufels sowie die Pastorengrät.

Die Kalktufftreppe in der Kehre des Verbindungsweges Gisingen – Itzbach  ist geschaffen vom Wasser des höher gelegenen Leitersteiner Borns, der Quelle des Itzbaches. Sie erstreckt sich horizontal über etwa 120 m und vertikal über 15 m und überdeckt sowohl den unteren Bereich des Unteren Muschelkalks, als auch den Voltziensandstein des Oberen Buntsandsteins. Das Quellwasser kommt aus dem Unteren Muschelkalk und ist sehr kalkhaltig. Es enthält 1133 mg CaCO3 pro Liter. Beim Quellaustritt erfährt es eine Druckentlastung bei gleichzeitiger Erwärmung. Das hat zur Folge, dass das ebenfalls im Wasser gelöste Kohlenstoffdioxid (CO2) entweicht. Damit verschiebt sich das chemische Gleichgewicht zur Seite des Kalks, der zunächst in Form winziger Teilchen im Wasser schwebt und sich schnell an Hindernissen im Wasserlauf ansetzt. So kommt es, dass sich im Ablauf der Quelle Krusten aus Kalk bilden, dass Steine, Pflanzenteile, Zweige und Blätter im Bachbett von Kalkkrusten eingeschlossen werden. Diesen Vorgang nennt man Kalksinterung, das entstandene Gestein Kalksinter oder Kalktuff.

Die Grott oder der Raufels, eine markante Felsformation von ca. 40 qm, ist auf gleiche Weise entstanden wie der Sudelfels in Ihn. Das aus dem Unteren Muschelkalk kommende stark kalkhaltige und kohlenstoffdioxidreiche Wasser des Lehrborns schuf im Laufe von Jahrtausenden hochporöse Absätze aus Calcit. Ähnlich wie bei der Kalktufftreppe beschrieben, entweicht beim Quellaustritt infolge der Druckentlastung und Erwärmung des Wassers Kohlenstoffdioxid; die Kalkbestandteile bilden dichte Kalksinter. Unter Mitwirkung von Algen, Flechten, Moosen und höheren Pflanzen entstand und entsteht weiter durch Überkrustung der Pflanzenteile ein lockerer und poröser Kalkuff.

Der Name „Grott“ ist zurückzuführen auf eine kleine Tropfsteinhöhle (ca. 6 x 2,50 m), welche hier bis zum Einsturz der Decke in den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts zu bewundern war. Die Bezeichnung „Raufels“ deutet auf die raue Beschaffenheit des Gesteins hin.

Bis in die jüngste Zeit war die „Grott“ häufig Ziel von Prozessionen frommer Gisinger Bürger, die hier vor einer aufgestellten Muttergottes – Statue ihre Anliegen vorbrachten.

Das dritte Naturdenkmal, die Pastorengrät, ist ein tiefer Bacheinschnitt in den Oberen und Mittleren Buntsandstein. Sie hat eine Größe von ca. 3400 qm. Abzuleiten ist das Wort „Grät“ vom mittelhochdeutschen „graht“,  was „Graben“ oder „Schlucht“ bedeutet. Die Pastorengrät ist die größte und imposanteste unter den zahlreichen Kerbtälern im Gisinger Wald. Dieser durch die Erosion des Wassers über Jahrtausende geschaffene tiefe Einschnitt schließt den obersten Teil des Mittleren Buntsandsteins auf und zeigt ein fast vollständiges Profil des Oberen Buntsandsteins. Deutlich sind der lithologische Aufbau und die typischen Sedimentationsprozesse zu erkennem.

Der Name „Pastorengrät“ erinnert an ein tragisches Unglück, welches sich hier im Jahre 1857 ereignet hat. Damals stürzte der Pastor von Itzbach, Hubert Hoffmann, auf  dem Nachhauseweg von der St. Oranna – Kirmes in Berus bei Dunkelheit in die tiefe Schlucht und erlitt tödliche Verletzungen.

 

Inhalt und Textgestaltung  © Herr Kremer

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